Unser Leben in Extremen. Und das Dazwischen?

Jetzt in dieser Zeit kommen immer mehr Menschen dahinter, dass die Dualität, die wir gewohnt sind, überhaupt nicht das Leben abbildet, das stattfindet. Wir haben nur gelernt, ständig zwischen den Extremen hin und her zu hüpfen, immer auf der Hut, wir könnten etwas falsch machen.

Das haben wir als Kinder gelernt, als wir aufgehört haben zu spielen. Als der „Ernst des Lebens“ begann, der jedes Jahr regelmäßig zum Schulbeginn von Rednern aller Art und auch der Presse beschworen wird. Aber der Ernst des Lebens, der beginnt viel früher. Der beginnt mit unserem Ansinnen, auf diese Welt zu kommen. Und er ist uns vertraut, als Begriff, als Lebensgefühl.

Nirgendwo heißt es: Jetzt beginnt die Freude des Lebens. Wer sich in unseren Kulturkreisen freut, bekommt meist zu hören: Warte mal ab, es wird schon noch anders kommen. Warum eigentlich? Woher stammt dieser Sog ins Dunkle, ins Gekrümmte? Weil wir Menschen so sind, weil wir so „geformt“ werden, durch das, was uns begegnet.

Wie oft am Tag rechnen wir damit, dass etwas daneben geht, nicht gut wird, fehlerhaft ist, uns nicht gelingen wird, wir eine falsche Entscheidung getroffen haben könnten? Und wie oft denken wir das Gegenteil? Wie oft sind wir in der Lage, nicht in diesen Extremen zu denken, sondern entspannter, spielerisch dazwischen? Und auf wen das alles nicht zutrifft: Ist dieser Jemand vielleicht einfach nur ein Meister im Verdrängen dieser Fragen – und tut nach außen so, als sei alles easy?

Von Luther stammt angeblich der Spruch Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.

Weltuntergang – noch so ein Extrem. Aber dazu kommt der entscheidene Hinweis auf die Freude des Lebens. Und vermutlich geht die Welt auch gar nicht unter.

||||| 1 Find ich gut. |||||

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