Homo erectus in se. Geht das?

Von Martin Luther, von dem hier ja viel die Rede ist :-), stammt die Bezeichnung homo incurvatus in se, der in sich verkrümmte Mensch.

Damit subsummierte er die Probleme des Menschen mit sich selbst und mit anderen, kurzum: Die Herkunft des ganzen menschlichen Dramas.

In einem Gespräch mit einer Freundin fiel mir auf, dass die CANTIENICA-Methode, die ich seit 1998 kenne, den gekrümmten Menschen tatsächlich aufrichtet – physisch. Das Seelische kommt dann hinterher.

Benita Cantieni begleitet Menschen unterschiedlichsten Alters auf diesem Weg des homo erectus in se. Es ist ein Weg, der persönlich zu gehen ist.

Aus der Gekrümmtheit zu gehen, ist eine individuelle Entscheidung und vor allem ein Weg raus aus überholten Paradigmen und – ganz wichtig – niemand braucht einen Guru dazu (von denen es leider gerade in der sogenannten „Lebenshilfe-Szene“ sehr viele gibt).

Meiner Meinung nach ist ein Guru ein besonders stark in sich gekrümmter Mensch, der besonders viel Energie von anderen abziehen muss, damit er seine Gekrümmtheit nicht spürt (Blender, Größen-Selbst, „positiver Narzisst“, um die psychologische Fachsprache zu bemühen). Der Gegenentwurf dazu sind Menschen, die meinen, dass bei ihnen alles „falsch“ sei (Größen-Klein, Co-Abhängige, „negativer Narzisst“). Beide Typen ergänzen sich. Leider. So bleibt das Ungleichgewicht erhalten, das gleichwohl für „normal“ gehalten wird.*

Mit der CANTIENICA-Methode erhalten Menschen ein physisch nutzbares Werkzeug in die Hand, aus der Gekrümmtheit in die Aufrechte, ja: Aufrichtigkeit zu kommen, die es letztendlich für „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ braucht. Wobei zu bemerken ist, dass die Methode nicht sagt: Du Mensch machst alles falsch, ich zeig dir mal, wie’s geht (was gurumäßig wäre). Sondern die Methode basiert darauf, dass der Mensch von Natur aus so auf die Welt kommt, dass er es von Beginn an richtig machen könnte mit seinem Körper – wenn die ihn prägenden und spiegelnden Menschen es ihm nicht täglich verkehrt vormachten.

Niemanden trifft dabei irgendwie eine Schuld. Aber alles ist veränderbar. Auch zum Postitiven. Das darf zurück-erlernt und -erinnert werden. Die Methode hilft dabei – de profundis. Und dabei absolut guru-frei.

In Apocaluther heißt es es an einer Stelle: „Was geschehen ist, kann niemand verändern. Aber jeder kann ab sofort etwas an dem verändern, was jetzt und damit in Zukunft geschieht. NUR bei sich selbst kann der Mensch etwas verändern. Die Großen machen es den Kleinen vor.“

Das gelingt, wenn Menschen endlich fühlen, dass sie mit sich selbst etwas zutiefst Positives machen dürfen – ohne elterliche Erlaubnis, sippenschaftliche Absolution oder Guru. Und diesem Gefühl eine Handlung folgen lassen. Und Paradigmen über den Haufen werfen. Und sie sich die Aufgespanntheit zwischen Himmel und Erde zurückholen – von wo aus es wirklich nur noch ein winziger Schritt ist, ihre Ungetrenntheit mit Gott, dem Göttlichen zu erkennen.

Und wer meint, dass dies hier bezahlte Werbung für CANTIENICA sei: Pustekuchen.

Wird einfach Zeit, dass der in sich gekrümmte Mensch aufrecht richtig (!) laufen darf. Ohne dass irgendwelche Ölgötzen ihn wieder zum Einsturz bringen nach dem Motto „das geht nicht, hat noch nie geklappt, zu schnell, zu einfach etc., bleib mal schön so, wie du warst, du kannst nicht alles haben, und das in deinem Alter bla bla.“

Und es wird Zeit, dass wir begreifen: Dinge dürfen leicht und einfach sein.

Dass es trotzdem so viel Leid auf der Welt gibt – da sind wir dann beim Seelischen, das eben auch gekrümmt im Menschen ist. Darum habe ich Apocaluther geschrieben. Mein vorläufiger Beitrag fürs Seelische.

Mehr zur Methode: http://www.cantienica.com/methode

* siehe dazu „Die narzisstische Gesellschaft“ von Hans-Joachim Maaz

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2 Gedanken zu „Homo erectus in se. Geht das?“

  1. Liebe Ulrike

    Bei mir war es so: Erst, als ich den Leib auf- und ausgerichtet hatte, konnte ich die seelischen Blessuren angehen – die wiederum meinen Leib gekrümmt hatten. Und noch in einem Punkt fühle ich mich von Ihnen verstanden, einfach verstanden, und das ist schön: Die Aufrichtung ist ein Geburtsrecht und eine Grundausstattung. Sie kann jederzeit wieder für sich reklamiert werden – ausser, die Deformationen, die durch die Verkrümmung entstanden, hätten das Skelett irreversibel entstellt.

    Macht mich übrigens ganz demütig, dass „meine“ Methode hier bei Martin Luther im Blog steht. Wir Schweizer sind lutheranisch ja Ignoranten. Erst bei meinem Besuch in Speyer bekam ich die Ahnung seiner Grösse. Vielleicht pensioniere ich mich doch noch irgendwann, damit ich lesen und studieren kann, was ich mir vornehme.

    Und sagen Sie, singen die Kinder in Ihrem Musikstück Apocaluther tatsächlich in einem Refrain „Apocalyptus Apocalyptus“? Ich lachte aus vollem Gottherzen.

    Danke!

    Benita Cantieni

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