Im gemachten Nest

Diese Ente sitzt auf einem großen Blumentopf, inmitten von Rosmarin und Thymian. Der Topf ist rund einen Meter hoch und mit Erde gefüllt. Auf diesem Topf hat sie ein Nest gefunden, in dem sie sich sichtlich wohlfühlt. Sie musste für diesen Topf und das Nest nichts tun, beides war einfach da. Ob dies das Zuhause der Ente ist oder ob sie eher den nahen See so bezeichnen würde, wissen wir natürlich nicht. Doch sie wirkt sehr bei sich, und darauf kommt’s an.

So ist das eigentlich auch bei Menschen. Denn alles wäre eigentlich da, um bei sich sein zu können. Wenn da nicht die ganzen Abspaltungen vom Selbst wären, die inneren Löcher, die schwarz sein können, sodass man hineinstopfen kann, was man will, es reicht nie. Das Loch saugt, der eigene Topf bleibt leer.

Darum hilft nur, zurückzuholen, was man verloren hat und was ursächlich zu einem selbst gehört. Hiermit rufe ich sanft, in Balance und ohne Belastung zu mir zurück, was zu mir gehört und was mich dabei unterstützt, ganz bei mir sein zu können. Das ist sicher für mich, und alle freuen sich. So zum Beispiel kann man das machen, immer mal wieder; nur das wird jeweils zurückkommen, was jetzt sicher ist für Dich. Denn stell Dir vor, Du hast einen leeren Blumentopf und von jetzt auf gleich wird alles auf einmal reingestopft, was da reingehört. Geht nicht, klappt nicht, es geht nur nach und nach.

Ganz zu werden ist also ein behutsames Nach-und-nach-Zurückholen dessen, was abhanden kam. Man hatte es ja auch alles erst nach und nach verloren. Jedes Mal kann man dann in dem leicht aufgefüllten Nest eine Weile probesitzen. Es wird sich auf jeden Fall bereits anders anfühlen als vorher. Und dabei das Leben nicht vergessen, also auch wieder raus aus der Komfortzone und nachspüren, was man jetzt bräuchte, um mit etwas besser klarzukommen – und sei es man selbst.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Freitag.

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