Sie behaupten also, es gäbe keine Vorherbestimmung?

Sie waren es doch, der darauf beharrte, dass jeder in seinem Stand geboren ist und dort zu bleiben hat.
Martin Luther: Ja, und dann habe ich in den ganzen Jahren nach meinem Tod die Welt von der anderen Seite aus betrachtet und gemerkt, was das anrichtet, wenn man so denkt. Und wer weiß denn, was ich noch alles gedacht, aber nicht geschrieben habe, um meine Ideen, die ankamen, nicht zu gefährden?

 

 

 

 

 

 

 

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„Manches, was ich damals gesagt und geschrieben habe, war nicht gut.“

Martin Luther über die Konsequenzen seiner christlichen Lehre und über Inkonsequenzen, über die er selber gestolpert ist, zum Beispiel seine Haltung in den Bauernkriegen oder gegenüber dem Judentum.

Der Luther, der hier spricht, ist der Apocaluther. Zurückgekehrt von der anderen Seite ins 21. Jahrhundert: „Ich habe keine Lust mehr auf Dogmatik. Nach diesen 500 Jahren, die ich mir kopfschüttelnd die Weltgeschichte betrachtet habe, stelle ich hiermit klar: Ich gebe Denkanstöße. Lies es oder lass es. Danke.“

Die drei Masken der Mächtigen der Welt aller Zeiten fragen Sie in Apocaluther, was Sie hier auf der Erde wollen, wo Sie doch schon so lange tot sind.
Martin Luther: Ja, leider darf ich die Frage da nicht beantworten. Die Masken unterbrechen mich ständig.

Hier haben Sie freie Bahn. Also? Warum sind Sie wieder hier?
ML: Ich bin zurückgekommen, weil das Reformationsjubiläum gefeiert wird, mit einer staatlichen Sause ohnegleichen. Aber sehen Sie sich die Welt an. Meine Gedanken werden immer noch nicht verstanden. Sonst sähe es anders aus auf der Welt. Es gäbe mehr Gerechtigkeit, mehr Liebe, mehr Paradies. Außerdem möchte ich auf Basis meiner christlichen Lehre einige meiner damaligen Gedanken revidieren. Manches, was ich damals gesagt und geschrieben habe, war nämlich nicht gut. „„Manches, was ich damals gesagt und geschrieben habe, war nicht gut.““ weiterlesen

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Gedanken gegen das Grauen

Luther: Es ist unangenehm, darüber nachzudenken, dass die Menschen das Grauen auf der Erde selbst produzieren. Sie wollen es nicht und tun es doch. Überall, jeden Tag. Je mehr Liebe ihnen fehlt, wenn sie klein sind, desto grausamer ODER desto duldsamer werden sie, wenn sie älter werden. Eure Psychologen haben das schon erkannt. Das zu heilen, wenn die Menschen groß sind, ist fast unmöglich.

Was bringt es Dir, wenn Du Deine schwarzen Kisten öffnest,
Deine schwarzen Löcher genau betrachtest,
in Frieden bringst, was darin ist,
und beginnst, Dich selbst zu lieben, wie Du bist? „Gedanken gegen das Grauen“ weiterlesen

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Da wuchsen Margeriten

Fünftes Chorkind: Aber wir Kinder wissen das doch, das mit der Liebe. Wir kommen auf die Welt und sind Liebe pur. Wir kommen ja direkt von dort, von Gott. Glaub ich zumindest … Wir kommen also aus dieser bedingungslosen Liebe Gottes auf diese Welt und erleben vom ersten Tag an, wie das hier zugeht auf der Welt.
Erstes Chorkind: Und weil wir selbst als Babies noch so bedingungslos lieben und weil wir so klein sind, lassen wir uns alles gefallen. Wir müssen uns alles gefallen lassen. Wie sollen wir sonst überleben.
Zweites Chorkind: Und schwupps, haben wir was ganz anderes gelernt, als was eigentlich Sache ist.
Drittes Chorkind: Die Großen können aber nichts dafür. Sie haben es ja selbst nicht anders gelernt.

Traumata werden durch die Generationen weitergegeben, vererbt.
Das macht Leid und Traurigkeit, ohne dass man weiß, woher es kommt.
Man kann Traumata in Frieden bringen.
Durch Transformation.
Aus der Dunkelheit ins Licht.
Das zu tun, so zu leben, bedeutet für mich Reformation 2.0.
Aus diesem Bewusstsein heraus habe ich Die Kinder des Lichts geschrieben, ein Mehr-Generationen-Singspiel, das die Chorkinder 2015 aufgeführt haben. Anlass war 70 Jahre Kriegsende.
Darin heißt es in einem Lied:

Als ich ein kleiner Junge war, da lag die Welt in Trümmern.
Mein Papa war weit fort von mir, er konnte sich nicht kümmern. „Da wuchsen Margeriten“ weiterlesen

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Schwarze-Löcher-Spiel

Maske II: Wer im Dunkeln ist, soll da bleiben. Was Hell ist, bestimmen wir.
Grau ist hell genug.

Du hast keine schwarzen Kisten?
Du hast schwarze Löcher und wärest froh,
schwarze Kisten zu haben, denn die könntest Du öffnen?
In Deinen schwarzen Löchern verschwindet alles, was Du in Dich saugst an Geld und Macht und Einfluss und Ruhm und Süchten aller Art,
denn es reicht nie,
und andere meiden Deine Gegenwart?
Oder sind Deine schwarzen Löcher solche, in denen Aufopferung und Selbstlosigkeit und Dasein für andere verschwinden,
die nie für Dich da sind?
Wie sollen andere auch da sein, wenn Du nicht zu Hause bist in Dir,
immer auf der Flucht vor Deinen schwarzen Löchern
oder selbst darin verschwunden,
hin und her?

Was für eine Kraftanstrengung. „Schwarze-Löcher-Spiel“ weiterlesen

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Fürchte Dich nicht

Theodizee: (denkt einen Moment nach) Wahrscheinlich hat Gott gedacht, die Menschen würden verstehen, was er meint, wenn da so ein kleines Kind auf die Welt kommt. Ja. Er hat vielleicht gedacht, (langsamer, nachdenklich) die Menschen würden Gott ALS KIND besser verstehen. Pustekuchen. Erst wollten sie das Kind umbringen. Das haben sie nicht geschafft. Jesus überlebte. Er wurde groß und war so stark mit seiner ganzen Liebe, Gnade und Weisheit, das haben die Mächtigen der Welt nicht ausgehalten! Also wurde er schließlich doch umgebracht. Ich glaube, den Mächtigen hat vor allem ein bestimmter Satz Angst gemacht, den Jesus gesagt hat. Und dieser Satz ist noch viel älter als Jesus! Der Satz ist aus dem Alten Testament3.
Theodor: Wenn zwei dasselbe denken, dürfen sie sich was wünschen.
Theodizee: Der Satz heißt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Theodor: Bingo! Das hat Jesus verstanden und gelebt.
Theodizee: Und wenn alle Menschen das wirklich tun würden, dann wären die paradiesischen Zustände wieder da!

Seit 2000 Jahren ruft der Engel: Fürchte dich nicht!
Du zündest zum Gedenken Lichter an,
siehst zaghaft, sehnend hinein.
Ja, das bist Du, das Licht, das Dich mit Dir verbindet,
mit anderen und mit Gott. „Fürchte Dich nicht“ weiterlesen

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Friedenslichtig beginnen

Theodizee: Sagen Sie bloß, Sie wollen noch mehr Thesen verbreiten.
Luther: Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.5 Erraten, meine Liebe, ich hab damals nämlich fünf Thesen vergessen.
Theodor: Vergessen??!
Luther: Ja! Oder sagen wir so: Vielleicht hab ich mich damals noch nicht so ganz getraut, die fehlenden fünf auch noch zu schreiben.
Theodizee: Naja, also Sie und nicht getraut … da muss ich mal lachen. Haha.

Nicht Gott hat gesagt, Du sollst Dein Licht unter einen Eimer stellen.
Das hast Du selbst gesagt und getan als Schutz.
Andere haben es Dir vorgemacht,
weil sie es von anderen vorgemacht und gesagt bekommen hatten.
Als Schutz vor dem, was ihnen begegnete:
Die Dunkelheit, die entsteht, wenn lauter Lichter unter Scheffeln
und Eimern stehen. „Friedenslichtig beginnen“ weiterlesen

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Was Du mitbrachtest

Luther: Ich wollte mit Kindern sprechen, die erkannt haben, dass …
Maske I: (unterbricht wieder, spricht sehr deutlich) Kinder erkennen nichts. Kindern muss man erstmal erklären, wie die Welt funktioniert, bevor überhaupt daran zu denken ist, sie in den Lauf der Dinge einzugliedern.
Luther: In den Lauf der Dinge?

Maske II: In die herrschende Ordnung. Die Ordnung, die seit immer besteht. Die Ordnung zwischen Oben und Unten, Hell und Dunkel, Gut und Böse, Arm und Reich.

Wovon hast Du als Kind geträumt?
Wovon singt Dein Herz noch heute im Verborgenen,
leise, vielleicht lautlos?
Hältst Du es für normal, dass über Deine Wünsche und Vorhaben
stets der Schleier des Unmöglichen fällt,
dass Du sprachlos, tonlos, hilflos bleibst,
während andere laut schreiend die Bühne betreten?
Was hat man Dir erzählt vom Können und Dürfen?
Und glaubst Du das noch immer? „Was Du mitbrachtest“ weiterlesen

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Hinter Deinen Mauern

  1. Chorkind: Kinder sehen sowieso immer, was mit den großen Leuten los ist.
  2. Chorkind: Darum benehmen wir uns ja auch manchmal so schrecklich. Wir wollen die Großen dann auf das aufmerksam machen, was mit ihnen los ist.
  3. Chorkind: Aber die Großen denken dann, mit UNS wäre was nicht richtig. Irgendwann stimmt das dann auch. Nämlich dann, wenn wir Kleinen groß sind. Wenn sich der Kummer wie Zement um die Herzen gelegt hat, weil man nicht verstanden wurde. Weil man nicht geliebt wurde, wie man ist.

Als Du Dich das erste Mal verlassen fühltest,
legtest Du den ersten Stein um Dein Herz.
Du warst so klein.
Und verlassen fühlt man sich wohl manches mal. „Hinter Deinen Mauern“ weiterlesen

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Liebe, die ist und war und bleibt

Theodor: Sie haben also herausgefunden, dass Gott in Jesus Christus denjenigen geschickt hat, der den Menschen die Verbindung zu Gott wiederbringt. Als eine Gabe. Einfach so. Als Erinnerung, als einen reminder, wie man heute sagt.
Luther: Ja, weil bedingungslose Liebe, weil Gott einfach da ist. Hier. Greif mal in die Luft. Da ist alles voller bedingungsloser Liebe. Ohne Not, ohne Kummer.
Theodizee: Die meisten Menschen würden sagen, dass da Luft ist.
Luther: Und wo hört die auf, die Luft?

Als Du klein warst.
Hat man Dir da erzählt, dass Gott die Liebe ist?
Hast Du dann die Erfahrung gemacht,
dass Liebe weggenommen werden kann
und dass das sehr, sehr weh tut?
Du glaubst darum, dass Liebe so ist? „Liebe, die ist und war und bleibt“ weiterlesen

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