Schwarze-Löcher-Spiel

Maske II: Wer im Dunkeln ist, soll da bleiben. Was Hell ist, bestimmen wir.
Grau ist hell genug.

Du hast keine schwarzen Kisten?
Du hast schwarze Löcher und wärest froh,
schwarze Kisten zu haben, denn die könntest Du öffnen?
In Deinen schwarzen Löchern verschwindet alles, was Du in Dich saugst an Geld und Macht und Einfluss und Ruhm und Süchten aller Art,
denn es reicht nie,
und andere meiden Deine Gegenwart?
Oder sind Deine schwarzen Löcher solche, in denen Aufopferung und Selbstlosigkeit und Dasein für andere verschwinden,
die nie für Dich da sind?
Wie sollen andere auch da sein, wenn Du nicht zu Hause bist in Dir,
immer auf der Flucht vor Deinen schwarzen Löchern
oder selbst darin verschwunden,
hin und her?

Was für eine Kraftanstrengung. „Schwarze-Löcher-Spiel“ weiterlesen

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Fürchte Dich nicht

Theodizee: (denkt einen Moment nach) Wahrscheinlich hat Gott gedacht, die Menschen würden verstehen, was er meint, wenn da so ein kleines Kind auf die Welt kommt. Ja. Er hat vielleicht gedacht, (langsamer, nachdenklich) die Menschen würden Gott ALS KIND besser verstehen. Pustekuchen. Erst wollten sie das Kind umbringen. Das haben sie nicht geschafft. Jesus überlebte. Er wurde groß und war so stark mit seiner ganzen Liebe, Gnade und Weisheit, das haben die Mächtigen der Welt nicht ausgehalten! Also wurde er schließlich doch umgebracht. Ich glaube, den Mächtigen hat vor allem ein bestimmter Satz Angst gemacht, den Jesus gesagt hat. Und dieser Satz ist noch viel älter als Jesus! Der Satz ist aus dem Alten Testament3.
Theodor: Wenn zwei dasselbe denken, dürfen sie sich was wünschen.
Theodizee: Der Satz heißt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Theodor: Bingo! Das hat Jesus verstanden und gelebt.
Theodizee: Und wenn alle Menschen das wirklich tun würden, dann wären die paradiesischen Zustände wieder da!

Seit 2000 Jahren ruft der Engel: Fürchte dich nicht!
Du zündest zum Gedenken Lichter an,
siehst zaghaft, sehnend hinein.
Ja, das bist Du, das Licht, das Dich mit Dir verbindet,
mit anderen und mit Gott. „Fürchte Dich nicht“ weiterlesen

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Friedenslichtig beginnen

Theodizee: Sagen Sie bloß, Sie wollen noch mehr Thesen verbreiten.
Luther: Wenn du ein Kind siehst, hast du Gott auf frischer Tat ertappt.5 Erraten, meine Liebe, ich hab damals nämlich fünf Thesen vergessen.
Theodor: Vergessen??!
Luther: Ja! Oder sagen wir so: Vielleicht hab ich mich damals noch nicht so ganz getraut, die fehlenden fünf auch noch zu schreiben.
Theodizee: Naja, also Sie und nicht getraut … da muss ich mal lachen. Haha.

Nicht Gott hat gesagt, Du sollst Dein Licht unter einen Eimer stellen.
Das hast Du selbst gesagt und getan als Schutz.
Andere haben es Dir vorgemacht,
weil sie es von anderen vorgemacht und gesagt bekommen hatten.
Als Schutz vor dem, was ihnen begegnete:
Die Dunkelheit, die entsteht, wenn lauter Lichter unter Scheffeln
und Eimern stehen. „Friedenslichtig beginnen“ weiterlesen

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Was Du mitbrachtest

Luther: Ich wollte mit Kindern sprechen, die erkannt haben, dass …
Maske I: (unterbricht wieder, spricht sehr deutlich) Kinder erkennen nichts. Kindern muss man erstmal erklären, wie die Welt funktioniert, bevor überhaupt daran zu denken ist, sie in den Lauf der Dinge einzugliedern.
Luther: In den Lauf der Dinge?

Maske II: In die herrschende Ordnung. Die Ordnung, die seit immer besteht. Die Ordnung zwischen Oben und Unten, Hell und Dunkel, Gut und Böse, Arm und Reich.

Wovon hast Du als Kind geträumt?
Wovon singt Dein Herz noch heute im Verborgenen,
leise, vielleicht lautlos?
Hältst Du es für normal, dass über Deine Wünsche und Vorhaben
stets der Schleier des Unmöglichen fällt,
dass Du sprachlos, tonlos, hilflos bleibst,
während andere laut schreiend die Bühne betreten?
Was hat man Dir erzählt vom Können und Dürfen?
Und glaubst Du das noch immer? „Was Du mitbrachtest“ weiterlesen

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Hinter Deinen Mauern

  1. Chorkind: Kinder sehen sowieso immer, was mit den großen Leuten los ist.
  2. Chorkind: Darum benehmen wir uns ja auch manchmal so schrecklich. Wir wollen die Großen dann auf das aufmerksam machen, was mit ihnen los ist.
  3. Chorkind: Aber die Großen denken dann, mit UNS wäre was nicht richtig. Irgendwann stimmt das dann auch. Nämlich dann, wenn wir Kleinen groß sind. Wenn sich der Kummer wie Zement um die Herzen gelegt hat, weil man nicht verstanden wurde. Weil man nicht geliebt wurde, wie man ist.

Als Du Dich das erste Mal verlassen fühltest,
legtest Du den ersten Stein um Dein Herz.
Du warst so klein.
Und verlassen fühlt man sich wohl manches mal. „Hinter Deinen Mauern“ weiterlesen

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Liebe, die ist und war und bleibt

Theodor: Sie haben also herausgefunden, dass Gott in Jesus Christus denjenigen geschickt hat, der den Menschen die Verbindung zu Gott wiederbringt. Als eine Gabe. Einfach so. Als Erinnerung, als einen reminder, wie man heute sagt.
Luther: Ja, weil bedingungslose Liebe, weil Gott einfach da ist. Hier. Greif mal in die Luft. Da ist alles voller bedingungsloser Liebe. Ohne Not, ohne Kummer.
Theodizee: Die meisten Menschen würden sagen, dass da Luft ist.
Luther: Und wo hört die auf, die Luft?

Als Du klein warst.
Hat man Dir da erzählt, dass Gott die Liebe ist?
Hast Du dann die Erfahrung gemacht,
dass Liebe weggenommen werden kann
und dass das sehr, sehr weh tut?
Du glaubst darum, dass Liebe so ist? „Liebe, die ist und war und bleibt“ weiterlesen

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Getrennt, verlassen – eine Illusion

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Apocaluther handelt von der Apocalypse, von Martin Luther und dem Paradies, das auf Erden möglich ist.

Ausgangspunkt für das Stück war meine Überlegung, dass der Mensch mit dem Paradies seine Geborgenheit verloren hat und seither zurücksucht. Das ist so schwer, dass er sie niemandem gönnt, der auch nur ein wenig davon sein Eigen nennt. Er nimmt den anderen dies Wenige mit Krieg, Gewalt, Technokratie. Damit das Leid erhalten bleibt. Denn der Mensch hält es ja für normal. Die Großen nehmen es den Kleinen, die Starken den Schwachen und behaupten seit Jahrtausenden, es wäre zu ihrem Besten. Weil sie es selbst nicht anders kennen. So lebt der Mensch in diesem Mangel und sucht doch mit abgrundtiefer Sehnsucht nach dem, was er in sich ahnt und das Wesentliche nennt: Er sucht nach erfüllender Geborgenheit und kann sie nicht finden. „Getrennt, verlassen – eine Illusion“ weiterlesen

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